2000 – 2002

Von 1999 bis 2002 studierte Philipp Müller Bildhauerei an der wiener kunst schule und war auch noch mit seiner Band Sushi With Suzie (aka: Sushi & Maki bzw. Sushiii) am Aufnehmen und Auftreten. Zu gegebener Zeit werden Arbeiten vor 2000 hinzugefügt.


Foto: Basis Wien
Der Atem bewegt die Form, welche den Atem schafft.

Mai 2002, Waldviertler Marmor, ca. 60 cm x 45 cm x 30 cm

Die Idee von Philipp Müllers Diplomarbeit geht vom ehemaligen Zweck des Steins als Grabsteinsockels aus. Müller formte diesen so um, dass er die Basis eines Grabsteins verkörpert. Dieser Grund eines jeden Grabsteins ist das Leben und dieses muss gezeugt werden. Auf die vorherige Bestimmung des Marmorsteins verweist ein Metallzapfen auf der Unterseite der Skulptur, welche eigentlich die Auflagefläche des Grabsteins war. Dementsprechend wird mit diesem Wissen in der Arbeit auch das Phänomen von Oben und Unten relativiert.

Zu dieser Zeit beschäftigte sich Müller auch intensiv mit den Begriffen Singularität, Dualität und Pluralität. In der geschlossenen Form der Skulptur fand er eine passende Entsprechung für seine Gedanken, da sich ihre Singularität aus einer Dualität zusammensetzt und alle zusammen Pluralität entstehen lässt.


Foto: Maria Christine Pawel
Foto: Maria Christine Pawel
1. Bild: Haider

Di. 05.03.2002, Öl & Grafit auf Papier, 100 cm x 70 cm

2. Bild: SONNENSCHEIN

Di. 08.01.2002, IV., Öl & Grafit auf Papier, 70 cm x 50 cm

BEZIEHUNSREALITÄTEN

Beziehungsrealitäten sind eine Auswahl von Zeichnungen, welche in den letzten zwei Studiensmester (2001/2002) von Philipp Müller an der wiener kunst schule entstanden. Obwohl seine Konzentration hauptsächlich auf seine Diplomarbeit im Bereich der Bildhauerei gerichtet war, fand er genug Zeit und Energie für Akt-Zeichnungen.

Die spontane Akt-Zeichnung ist unter anderem für Müller eine Form und ein Mittel zur Kommunikation, welche grundlegend aus mind. drei Personen besteht: die körperlich agierende sich Zeigende, die interpretierende, komponierende Zeichnende und schlussendlich die Betrachtende der Zeichnung. Das bedeutet, dass die künstlerische Leistung einer Synthese entspricht, bestehend aus den Handlungen des Modells und dem Umgang der Künstler*innen mit diesen resp. diesem. Weiters sind die Betrachter*innen, also das Publikum nicht zu vergessen, deren Reaktionen den Arbeiten weitere Bedeutungen geben.

Aus der Perspektive Müllers als Zeichner ist zu erwähnen, dass der Konzentrationsakt einen Moment spontan, frei von korrigierender Selbstkontrolle wahrzunehmen und diese momentane Beziehungsrealität entsprechend in wenigen Minuten zu formulieren, ein hohes Maß an Energie freisetzt, welche sich in der Zeichnung manifestiert und in ihr wiederzufinden ist.

Philipp Müller dankt Udo Hohenberger für seine starke Motivationsfähigkeit, Daniela Schmeiser, Jane Heiss für die konstruktive Kritik, Haider Alzubaidi, Romana, Klaus, Sabine Sonnenschein, Andreas und einer Frau deren Namen ihm unbekannt blieb, für das Stehen bzw. Agieren als Modelle.


WIderstand

Sommer 2000, Eiche, ca. 3m x 0,6 m ø an der Basis

Die Skulptur wurde von Philipp Müller im Rahmen des Holz-Workshops Drevo 2000 erarbeitet, der von der Bata Foundation in Zlin (CZ) veranstaltet wurde. Innerhalb von 11 Tagen konnten die Teilnehmer*innen Eichstämme frei nach ihren Vorstellungen bearbeiten.

Die Stele entstand als Reaktion auf die ÖVP/FPÖ-Bundesregierung, die im Februar 2000 angelobt wurde und steht in Bezug zu den Donnerstagsdemonstrationen, die über lange Zeit wöchentlich in Wien stattfanden.